Bezüglich der Haltbarkeit ist die Schiebefestigkeit einer Naht durch die Gestaltung eines Teils beeinflussbar. Unter Nahtschiebefestigkeit bzw. Nahtschiebewiderstand wird der Widerstand verstanden, den die Fadensysteme eines Gewebes einer durch die Nähfäden verursachte Verschiebung der Gewebefäden im Nahtbereich entgegensetzen. Bei einem Gewebe mit unzureichender Nahtschiebefestigkeit können sich die Gewebefäden bei Querbelastung einer Naht dieser Kraft nicht widersetzen und verrutschen. Die Nahtschiebefestigkeit wird hauptsächlich durch die Eigenschaften des Gewebes bestimmt. Die Anforderungen an die Nahtschiebefestigkeit sind vom Verwendungszweck abhängig. Bei eng geschnittenen Kleidungsstücken ist die Anforderung höher als bei weit geschnittenen Modellen, da z. B. beim Bücken oder Heben des Arms Längenzunahmen an den jeweiligen Körperstrecken entstehen und dadurch eine höhere Belastung auf der Naht liegt. Neben der Modellgestaltung sind die Auswirkungen unzureichender Nahtschiebefestigkeit durch weitere gestalterische Maßnahmen in einem gewissen Rahmen beeinflussbar.