Die Atlasbindung ist, neben der Köper- und Leinwandbindung, eine der drei Grundbindungsarten beim Weben. Sie zeichnet sich durch ein geschlossenes, glattes und dichtes Warenbild aus. Sie besitzt regelmäßig verteilte Bindungspunkte, die sich nicht berühren und gleichmäßig verteilen. So entsteht ein Gewebe, auf dem die parallelen Schussfäden auf der Oberseite überwiegen. Dies verleiht dem Stoff, einen vom Lichteinfall abhängigen Glanz. Der faltenfreie Stoff ist zweiseitig, auf der Rückseite überwiegen entsprechend die Kettfäden. Man unterscheidet daher, wie bei der Köperbindung, zwischen Kettatlas und Schussatlas.

Atlas wurde für gutes Aussehen optimiert: schön, aber weniger beanspruchbar. Zumal das arabische Wort „Atlas“ in etwa mit „feine Stoffe“ zu übersetzen ist, steht die Bezeichnung Atlasbindung für Stoffe für feierliche Anlässe. Ein Wechsel zwischen Schuss- und Kettatlas ermöglicht eine Musterung des Stoffes. Komplizierte Musterungen erfordern allerdings eine Steuerung der einzelnen Kettfäden am Webstuhl, was durch die erste industrielle Anwendung von Lochstreifen im Jaquardwebstuhl im 19. Jahrhundert möglich wurde. Verwendet werden bei der Atlasbindung sowohl Naturfaser (Seide und Viskose) als auch Kunstfaser wie Polyester. Einsatzbereiche sind beispielsweise elegante Abendroben aus Satin für Damen oder auch traumhafte Dekostoffe für schöne Accessoires.