ZU BESUCH BEI HUGO JOSTEN IN GREFRATH

Auszug aus der Zeitschrift "RWTextilservice - Das innovative Fachmagazin für die Textilpflegebranche" (Heft 6 / Juni 2016)

rwtextilservice besuch bei josten verkleinert

Rainer Bogdanski (li.) und Dr. Klaus Weirich von Hugo Josten zeigten RWT-Chefredakteurin Elena Schönhaar die neuen PSA-Kollektionen am Firmensitz in Grefrath.

 

Die Hugo Josten Berufskleiderfabrik bietet Schutz- und Berufsbekleidung für die Industrie sowie Corporate Fashion. Ein wichtiger Partner ist auch der Textilservice. RWTextilservice hat das Unternehmen in Grefrath besucht, das seine Kunden vor allem mit textilen Spezialitäten überzeugt.

Angefangen hat alles mit Berufswäsche für Bäcker, Köche und Metzger. Mittlerweile geht es um funktionale Berufsbekleidung und zertifizierte PSA mit Hightechmaterialien. Die Hugo Josten Berufskleiderfabrik fertigt seit 85 Jahren Arbeitsbekleidung. In dieser Zeit hat sich viel getan – und Hugo Josten ist als mittelständischer Familienbetrieb immer am Ball geblieben als Unternehmen zwischen Tradition und Innovation. 

Seit 1981 firmiert das Unternehmen als Hugo Josten Berufskleiderfabrik GmbH & Co. KG, seit 2013 ist Dr. Klaus Weirich Geschäftsführer. Er hat die Geschäftsanteile im Rahmen einer Nachfolgeregelung übernommen. Unterstützt wird er u.a. durch Prokurist Rainer Bogdanski. Insgesamt 25 Mitarbeiter sind am Firmensitz in Grefrath beschäftigt. Das Unternehmen schreibt sich innovative Produkte, hohe Qualität und ausgeprägte Kundenorientierung auf die Fahne. Produktschwerpunkte sind Schutz- und Berufsbekleidung für die Industrie sowie Corporate Fashion. Schwerpunkte auf der (End-)Kundenseite sind Industrieunternehmen und deren Dienstleister vom Mittelständler bis zum Konzern; die Branchen reichen von Stahlerzeugung über Automobil bis zu Lebensmittel und Chemie. Vielfach arbeitet Josten mit Systemhändlern oder dem Textilservice zusammen. Zu den Kunden zählen hier u.a. Alsco, Bardusch, Berendsen, CWS-boco oder DBL. Mit der Fortführung der Produktion des Einzelunternehmens Willms im Jahr 2012 baute Josten die Präsenz im Textilservice nach eigenen Angaben aus. „Und wir wollen weiter in diesem Bereich wachsen“, erklärt Weirich. „Der Textilservice passt zu uns – denn für die Anbieter zählen genau wie für uns die Qualität der Textilien und Professionalität in der Abwicklung.“ Im Textilservice punkten will Rainer Bogdanski (li.) und Dr. Klaus Weirich von Hugo Josten zeigten RWT-Chefredakteurin Elena Schönhaar die neuen PSA-Kollektionen am Firmensitz in Grefrath. Fotos: RWT das Grefrather Unternehmen vor allem auch im Bereich Schutzbekleidung. Schon seit den 50er Jahren ist Josten hier aktiv und bietet somit jahrzehntelange Erfahrung in der Fertigung hochwertiger PSA, die nach EN-ISO-Normen zertifiziert ist. Von Schweißer- und Flammschutz über Chemikalien-, ESD-, Warn- und Wetterschutz bietet Hugo Josten alles aus einer Hand. Auch Multifunktions-PSA sowie HACCP-Hygienebekleidung finden sich im Programm. „Wir bieten nicht nur zertifizierte, normgerechte Schutzbekleidung. Unsere besondere Stärke liegt in der Flexibilität, individuelle Kundenanforderungen umzusetzen“, erläutert Bogdanski. Firmenspezifische oder sogar trägerspezifische Bekleidung seien für Josten kein Problem. „Wir übernehmen alles, von der Entwicklung eigener Kollektionen oder spezieller Modelle über die Realisierung von Sonderausstattungen oder von Bekleidung in Firmenfarbe usw.“, sagt Bogdanski. Josten werde auch vielfach damit beauftragt, die Konfektion bestehender Spezialartikel in der bisherigen Form fortzuführen. Zur Individualisierung gehört es auch, Bekleidung durch Stick- oder Transferabzeichen zu veredeln. Dafür stehen in Grefrath eigene Kapazitäten zur Verfügung. Kürzlich hat Josten eine neue Maschine für die Bestickung angeschafft, mit der z.B. auch Flammschutzgarne effizient zu verarbeiten sind. 

Nachhaltige Produkte und Partnerschaften

Und noch ein Spezialgebiet decken die Grefrather ab: Hugo Josten ist ein nach Fairtrade-Richtlinien zertifiziertes Unternehmen mit Fairtrade-Lizenz. Seit 2010 bietet man nachhaltige Berufsbekleidung mit dem Siegel „Fairtrade – certified cotton“. Entstanden ist die Fairtrade-Kollektion auf Wunsch eines langjährigen Kunden. Nach kurzer Überlegung beschloss Josten, die neue TopLine-Kollektion auch in Fairtrade anzubieten. Damit steht eine moderne Workwear aus 65 Prozent Bio-Fairtrade-Baumwolle und 35 Prozent recyceltem Polyester mit einem Gewicht von 300 g/m2 für gewerbliche und private Kunden zur Verfügung. „Noch ist das Ganze ein kleines Pflänzchen“, berichtet der Geschäftsführer. Aber der Trend hin zu nachhaltiger Berufsbekleidung sei zu spüren und Hugo Josten glaube an das Konzept. Die Qualität sei gleichwertig – ob Fairtrade oder nicht. Der Preis liege bei den Fairtrade-Produkten rund 7,5 Prozent über dem normalen Preis. „Das ist es dem ein oder anderen Kunden wert. Wir bei Hugo Josten finden den Fairtrade-Ansatz einfach gut und wollen das Konzept weiterentwickeln“, sagt Weirich.

Nachhaltigkeit zählt für Hugo Josten nicht nur bei den Produkten. Auch auf Kunden- und Lieferantenebene lege man Wert auf lang fristige, nachhaltige Partnerschaften. Die Fertigung von Schutzbekleidungsartikeln, vieler Berufsbekleidungsteile und der Fairtrade-Artikel findet bei langjährigen Partnerbetrieben in Osteuropa statt. „Das hat vor allem Qualitäts- und Flexibilitätsgründe“, erklärt Weirich, „wir können so eine schnelle Nachproduktion ermöglichen und auch kleinere Aufträge realisieren.“ Gewebe und Zubehör kommen aus der Europäischen Union und werden von Hugo Josten bereitgestellt. Auch Schnitte, Muster und Fertigungsanweisungen kommen vom Unternehmen direkt. „Dass wir die Lagenbilder selbst machen, hat auch damit zu tun, dass wir natürlich möglichst wenig Ausschuss produzieren wollen“, erläutert Bogdanski. 

Standardteile der Berufsbekleidung, große Stückzahlen oder Winterbekleidung importiert das Unternehmen aus China von einem lokalen Exporteur. Handelsware wie T-Shirts, Polo- oder Sweatshirts werden zugekauft von ausgewählten Handelspartnern. Diese Artikel werden aber oftmals bei Josten veredelt durch Aufbringung von Stick- oder Transferabzeichen. Die komplette Produktentwicklung findet ebenfalls in Grefrath statt. Immer wichtig dabei: „Berufsbekleidung und PSA sollen eine durchgängige Optik besitzen, damit Mitarbeiter in einem einheitlichen Bekleidungskonzept auftreten können“, betont Bogdanski. „Der Corporate-Identity-Gedanke soll auf alle Mitarbeiter und ihre Berufsbekleidung übertragbar sein – egal ob Schweißer mit zertifizierter PSA oder Lagermitarbeiter mit Standardberufsbekleidung.“ 

Eigene Fertigung für Musterteile & Co. 

Für Musterteile, Sondergrößen, Kleinserien und dringende Bedarfsfälle kann Josten direkt in Grefrath fertigen. Die maschinelle Ausstattung und das „schneiderische“ Know-how sind im Haus vorhanden, darauf legt man Wert. „Auch im PSA-Bereich haben wir entsprechende Kompetenz und können genau sagen, was im Rahmen einer Norm möglich ist, z.B. im CI-Bereich“, ergänzt Bogdanski, das gehöre zum Service dazu. Service ist ein wichtiger Punkt: Hugo Josten versteht sich nicht nur als Hersteller, sondern auch als Partner, Berater und Dienstleister. Um das innovative, dienstleistungsorientierte Firmenimage auch nach außen zu kommunizieren, ist das Unternehmen momentan dabei, Außenauftritt und Produktportfolio weiter zu modernisieren. Beispielsweise gibt es seit Kurzem eine neue Website. Ende des Jahres soll es außerdem einen neuen PSA-Katalog von Hugo Josten geben – ebenfalls in modernisierter Optik und mit modernisiertem PSA-Programm.

 

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In der Musternäherei in Grefrath warten die Stoffe auf ihren Einsatz.
 
 
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Für die Bestickung oder andere Veredelung der Textilien hat Hugo Josten modernes Equipment.

 

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Auf Kundenwunsch werden Logo, Namen etc. auf die Bekleidung aufgebracht.

 

Quelle: www.rw-textilservice.de